20.01.2026 / Im Stuttgarter Landtag stand heute die Umweltministerin im Kreuzfeuer. Der Grund: Tonnen des hochklimaschädlichen Gases SF6, die jahrelang unbemerkt aus dem Werk des Unternehmens Solvay in Bad Wimpfen entwichen sein sollen. In einer Sondersitzung des Umweltausschusses hagelte es massive Kritik – vor allem an der Kommunikationsstrategie des Ministeriums.
Die Opposition zeigt sich erschüttert. Während die FDP der Ministerin vorwirft, sich monatelang weggeduckt zu haben, kritisiert die SPD die späte Information des Ausschusses. Den Verweis auf Geschäftsgeheimnisse lassen die Abgeordneten nicht gelten – genau für solche Fälle gebe es schließlich nicht-öffentliche Sitzungen.
Ministerin Thekla Walker räumte zwar Versäumnisse ein und gestand, dass man rückblickend hätte schneller sein müssen. Sie verteidigte ihr Zögern jedoch mit fehlenden Beweisen: Ohne rechtssichere Messungen hätte dem Land eine Schadensersatzklage gedroht. Zudem habe die Suche nach einem geeigneten Messinstitut wertvolle Zeit gekostet.
Als Konsequenz will die Landesregierung nun eine Bundesratsinitiative starten. Das Ziel: Strengere Grenzwerte und eine klare Handhabe für Behörden, damit klimaschädliche Gase künftig nicht erst dann gestoppt werden können, wenn eine akute Gefahr für die Gesundheit besteht.
Und Solvay? Land Baden-Württemberg und Unternehmen hatten sich bereits kurz vor Weihnachten auf ein zweifelhaftes Abkommen geeinigt.
