12.01.2026 / Die Gewalt gegen Polizisten im Land hat einen traurigen Höchststand: Fast 6.400 Delikte registrierten die Behörden zuletzt innerhalb eines Jahres. Als Antwort darauf rüstet auch Baden-Württemberg jetzt auf. In einem groß angelegten Pilotprojekt erhalten Streifenpolizisten in Freiburg, Titisee-Neustadt, Weil am Rhein und Göppingen Elektroschockgeräte – sogenannte Taser.
Die gelben Geräte verschießen kleine Pfeile, die einen Angreifer per Stromimpuls für Sekunden buchstäblich lähmen. Das Ziel: Gefährliche Situationen aus sicherer Entfernung klären, ohne zur Schusswaffe greifen zu müssen.
Gerade bei Tätern unter Drogen, die weder Pfefferspray noch Schlagstöcke spüren, soll der Taser Leben retten. Oft genüge laut Experten schon das grelle Warnlicht und das laute Summen des Geräts, um eine Situation zu beruhigen.
Doch das Projekt spaltet die Gemüter. Während Menschenrechtler vor tödlichen Risiken für Herzkranke warnen, geht es den Polizeigewerkschaften nicht weit genug. Sie kritisieren die Testphase als zu zögerlich und fordern die sofortige Ausrüstung für Brennpunkte wie Stuttgart oder Mannheim.
Während andere Bundesländer längst auf die Stromstöße setzen, startet im Südwesten nun erst einmal der einjährige Praxistest mit dem Modell „Taser 7“. Ob die Technik den Arbeitsalltag der Beamten wirklich sicherer macht, zeigt sich ab heute auf den Straßen im Ländle.
