30.01.2026 / Wer am Montagmorgen den Bus oder die Bahn zur Arbeit nehmen möchte, sollte umplanen. Die Gewerkschaft Verdi zieht im Südwesten die Reißleine und ruft zum ganztägigen Warnstreik auf. Von Stuttgart über Karlsruhe bis nach Freiburg und Konstanz – in sieben großen Städten bleiben die Busse und Züge voraussichtlich in ihren Depots.
Hunderttausende Pendler stehen damit an verwaisten Haltestellen. Ob einzelne Busse rollen, ist noch völlig unklar. Der Grund für die Arbeitsniederlegungen: Es geht diesmal nicht um mehr Gehalt, sondern um den Rahmen. Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen im Manteltarifvertrag. Höhere Zuschläge für Nachtschichten und Überstunden sollen den Job attraktiver machen und das Personal entlasten.
Die Fronten sind jedoch verhärtet. Während die Gewerkschaft warnt, dass Überstunden für Arbeitgeber derzeit „zu billig“ seien, schlägt der Kommunale Arbeitgeberverband Alarm. Die Finanzlage vieler Städte sei katastrophal, Spielräume für teure Extras gebe es schlichtweg nicht. Man habe die Löhne zuletzt bereits um über zwanzig Prozent angehoben.
Für die Fahrgäste bedeutet das: Geduld beweisen. Da die Friedenspflicht abgelaufen ist, war dieser Warnschuss erst der Anfang. Die nächste Verhandlungsrunde steht für den 9. Februar an. Bis dahin bleibt der ÖPNV im Land ein unsicheres Pflaster.
