01.01.2026 / Während im ganzen Land gefeiert wurde, erlebten die Rettungskräfte in Baden-Württemberg eine Nacht unter Hochspannung. In den Leitstellen gingen ununterbrochen Notrufe ein – die Feuerwehren waren vor allem durch eine große Zahl kleinerer Brände gefordert: Mülltonnen, Hecken und sogar Möbel auf Balkonen und Dachterrassen standen immer wieder in Flammen. Besonders schwierig für die Helfer: Viele Brände wurden gleichzeitig gemeldet, was die Koordination der Einsätze extrem erschwerte.
Allein das Polizeipräsidium Pforzheim verzeichnete bis zum frühen Morgen 230 Einsätze. In Aalen kam es zu 45 Bränden durch Pyrotechnik, die einen Gesamtschaden von über 160.000 Euro verursachten. In Stuttgart rückte die Feuerwehr bis zum Morgen rund 75 Mal aus. Oft steckte laut Polizei Absicht dahinter, wenn Böller gezielt in Abfallbehälter geworfen wurden, aber auch noch heiße Reste von Raketen lösten zahlreiche Feuer aus.
Auf dem Stuttgarter Schlossplatz wurden, trotz des Feuerwerksverbots, einzelne Böller gezündet. Beamte nahmen vorübergehend mehr als 30 Personen fest und stellte Feuerwerkskörper sowie drei Messer sicher.
Die Nacht forderte zudem schwere Verletzungen und massive Schäden an Gebäuden. In Lahr verlor ein 42-jähriger Mann drei Finger durch eine Explosion. In Heilbronn attackierten Unbekannte eine Schule. Sie schlugen ein Fenster ein und warfen Feuerwerk in das Gebäude, wodurch Einrichtungsgegenstände in Brand gerieten.
In Korntal-Münchingen mussten neun Bewohner eines Mehrfamilienhauses nach einem Feuer im Flur wegen Rauchvergiftungen behandelt werden. Am Gebäude entstand ein geschätzter Sachschaden von rund 200.000 Euro. In Graben-Neudorf versuchte eine Frau, ihr Auto aus einer bereits brennenden Garage zu retten, und wurde dabei verletzt. Das Feuer griff auf das angrenzende Wohnhaus über, der Schaden liegt bei einer viertel Million Euro.
In Weinheim im Rhein-Neckar-Kreis brannte ein geparkter Pkw. Möglicherweise hatte ein Feuerwerkskörper das Feuer ausgelöst – der Schaden liegt bei 15.000 Euro.
In Aldingen im Kreis Tuttlingen zerstörte ein Dachstuhlbrand ein Haus so schwer, dass es nicht mehr bewohnbar ist – hier wird ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro geschätzt.
Trotz dieser schweren Vorfälle ziehen viele Präsidien im Südwesten, wie etwa in Stuttgart, eine unterm Strich positive Bilanz. In den Innenstädten hielten sich die meisten Menschen an die Feuerwerksverbote. Wo es dennoch zu Verstößen kam, griffen die Beamten konsequent durch und nahmen Verdächtige fest, sodass die Nacht in vielen Gebieten im Vergleich zu den Vorjahren als verhältnismäßig ruhig eingestuft wurde.

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