Özdemir fordert Bildungs-ID für Schüler

18.08.2025 / Der Grünen-Politiker Cem Özdemir fordert für alle Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg eine digitale Bildungs-ID. Mit dieser individuellen Nummer könnte die gesamte Schullaufbahn dokumentiert werden – von der Grundschule bis zum Abschluss. Ziel ist es, Kinder rechtzeitig aufzufangen, bevor sie ohne Abschluss durchs Raster fallen. Schon während der Corona-Pandemie habe man erlebt, dass sich Jugendliche einfach von der Schule abmeldeten – ohne Ausbildung, ohne Studium, einfach weg, so Özdemir.

Die Zahlen zeigen, wie ernst das Problem ist: Im vergangenen Jahr verließen mehr als 7.500 Jugendliche im Südwesten die Schule ohne Abschluss. Das entspricht 5,3 Prozent aller Abgänger – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2014, als es noch 3,4 Prozent waren. Eine Bildungs-ID könne wie ein Frühwarnsystem wirken und Schulen ermöglichen, gezielt zu fördern – egal ob bei Lernlücken oder besonderen Stärken.

Konkret stellt sich Özdemir vor, dass jedes Kind gleich zum Start in die Grundschule eine ID bekommt. Beim Wechsel auf eine weiterführende Schule wandern die Daten dann einfach mit. Perspektivisch brauche es sogar eine bundesweite Lösung, damit Schülerinnen und Schüler auch bei einem Umzug nicht vom Radar verschwinden.

Ähnliche Pläne gibt es bereits: Niedersachsen will eine Schüler-ID bis 2027 einführen, und auch die Bundesregierung hat eine länderübergreifende, datenschutzkonforme Lösung in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten.

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