Landtagswahl BW: Zeitenwende im Ländle

08.03.2026 / Nach 14 Jahren geht in Baden-Württemberg heute eine Ära zu Ende: Zum ersten Mal seit 2011 steht Winfried Kretschmann nicht mehr auf dem Stimmzettel. Für viele junge Menschen im Land ist ein Ministerpräsident, der nicht Kretschmann heißt, schlicht unvorstellbar – doch genau diese Weichenstellung steht heute an.

Sie entscheiden mit Ihren zwei Kreuzen über die 18. Wahlperiode des Landtags. Und dabei gibt es eine Premiere: Erstmals dürfen auch 16- und 17-Jährige mitbestimmen, wer die kommenden fünf Jahre die politische Richtung in Stuttgart vorgibt. Insgesamt sind rund 7,7 Millionen Menschen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Obwohl Sie heute genau genommen „nur“ das Parlament wählen, entscheiden Sie indirekt natürlich darüber, wer in die Villa Reitzenstein einzieht. Das Rennen um die Nachfolge ist ein echtes Generationenduell: Für die CDU tritt der 37-jährige Manuel Hagel an. Sollte er gewinnen, wäre er der jüngste Ministerpräsident, den das Land je hatte. Sein Herausforderer ist ein politisches Schwergewicht: Cem Özdemir will den Posten für die Grünen verteidigen. Er bringt die Erfahrung aus Jahrzehnten in Berlin und Brüssel mit.

Die Ausgangslage ist dabei so spannend wie lange nicht mehr: Lag die CDU monatelang deutlich vorn, konnten die Grünen auf der Zielgeraden massiv aufholen. Aktuelle Umfragen sehen beide Parteien fast gleichauf. Dass die AfD mit Markus Frohnmaier ebenfalls einen Kandidaten stellt, gilt rechnerisch zwar als gesetzt, politisch aber als aussichtslos, da keine der anderen Parteien mit ihm koalieren will.

Doch worum geht es inhaltlich? Die Sorgenthemen der elf Millionen Baden-Württemberger haben sich verschoben. Ganz oben auf der Agenda steht die Wirtschaft. Wenn Riesen wie Mercedes, Bosch oder Porsche Stellen abbauen, zittert das ganze Land. Direkt dahinter folgen die Dauerbrenner Zuwanderung sowie die Krise auf dem Wohnungsmarkt.

Der neue Landtag wird in den kommenden fünf Jahren die Gesetze für Bildung und Sicherheit verabschieden und darüber entscheiden, wie Ihre Steuergelder investiert werden. Es geht also um viel – die Wahllokale sind bis 18 Uhr geöffnet.

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