Kommentar: Wenn Politik auf Entertainment trifft

25.02.2026 / Kommentar

Früher beschränkten sich belanglose, politische Debatten auf den Stammtisch. Heute wählt man dafür das Fernsehen. Die Philosophie: Medial das Ganze mit „Duell“ oder „Triell“ versehen – schon umweht den Zuschauer der Hauch von Kampfesgeist, der sich im Format entladen soll.

Vor diesem Hintergrund war die Basis für ein unterhaltsames Aufeinandertreffen prominenter Politköpfe zwölf Tage vor der Landtagswahl gelegt. Doch entladen hat sich nichts. 

An den Pulten des SWR-Formats „Die Debatte – wer überzeugt Baden-Württemberg?“ standen vielmehr drei Rohrkrepierer. Das lag keinesfalls an den Personen selbst – bei allen sprechen wir von mehr oder minder profilierten Politikern. Doch leider wirkten sie sprachlos.

Rhetorisch abzuspulen, was aus eigener oder parteiinterner Sicht dringend geändert werden müsste, ist nicht mehr als gefühlte Leere. Was Bürgerinnen und Bürger wollen, sind echte Pläne und Maßnahmen, Antworten und Vorhaben – doch die blieben Özdemir von den Grünen, Hagel von der CDU und Frohnmaier von der AfD dem hoffnungsvoll geneigten Zuschauer schuldig. 

Am Ende der Debatte steht für jeden seriös und objektiv wertenden Beobachter einmal mehr peinliche Ernüchterung. Man fragt sich: Was soll das? Längst ist bekannt: Der inhaltliche Gehalt dieser Form medial aufgehübschter, politischer Auseinandersetzung geht stets gen Null. Das bewies der Dienstagabend einmal mehr.

Da helfen auch keine Einschaltquoten. Im Gegenteil: Sie zeigen allenfalls, dass Entertainment und Politik innerhalb derartiger Formate eben nichts miteinander zu tun haben.

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