Kein Abschuss von Hornisgrinde-Wolf

10.03.2026 / Im Nordschwarzwald kehrt vorerst Ruhe ein: Die Jagd auf den berühmten Hornisgrinde-Wolf ist offiziell abgeblasen. Das Umweltministerium in Stuttgart ließ die Abschussgenehmigung für den Rüden mit der Kennung „GW2672m“ heute auslaufen. Wochenlang hatten Jäger vergeblich versucht, das Tier zu erlegen, nachdem es Spaziergängern mit Hunden gefährlich nahegekommen war.

Doch warum die Kehrtwende? Die Experten setzen auf Biologie statt Blei: Mit dem Ende der Paarungszeit – der sogenannten Ranzzeit – verliert der Wolf schlicht das Interesse an Hündinnen. Die Sichtungen sind bereits im Februar deutlich zurückgegangen.

Dennoch gab Landesumweltministerin Walker keine Entwarnung. Damit das Tier zur nächsten Paarungssaison nicht wieder zum Risiko wird, sollen nun neue Konzepte zur Vergrämung entwickelt werden – man will den Wolf also eher erschrecken als erschießen.

Hinter den Kulissen spielt aber auch die Politik eine Rolle. Nach der jüngsten Landtagswahl und angesichts laufender Koalitionsgespräche ist die Zukunft des Wolfsmanagements im Land völlig offen.

Während Naturschützer aufatmen, da der Abschuss ein Viertel der kleinen Population im Südwesten ausgelöscht hätte, bleibt die Lage auf der Hornisgrinde ein hochemotionales Thema. Ob der Wolf sein Verhalten dauerhaft ändert oder die Debatte im nächsten Winter von vorn beginnt, bleibt abzuwarten.

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