Immer mehr Nutrias in Baden-Württemberg

20.08.2025 / Nutrias – auch Biberratten genannt – breiten sich seit Jahren stark in Baden-Württemberg aus. Die bis zu neun Kilo schweren Nager stammen eigentlich aus Südamerika, fühlen sich aber in unseren Fluss- und Seenlandschaften längst wohl. Besonders häufig sind sie in der Oberrheinebene, im Kraichgau und am Bodensee.

Die Tiere sind gute Schwimmer, fressen Wasserpflanzen, aber auch Mais, Rüben oder Salat – sehr zum Ärger der Landwirte. In Südbaden machen Feldfrüchte inzwischen rund zehn Prozent ihres Speiseplans aus. Zusätzlich graben Nutrias Tunnel in Uferböschungen und Deiche, was den Hochwasserschutz gefährden kann. Und sie gefährden die Artenvielfalt, weil sie ganze Bestände von Wasserpflanzen zerstören.

Seit 2016 stehen Nutrias deshalb EU-weit auf der Liste invasiver Arten. Gejagt werden sie mit Fallen und Gewehren – allein im Jagdjahr 2023/24 waren es knapp 4.800 Tiere, fast dreimal so viele wie zehn Jahre zuvor.

Ursprünglich kamen Nutrias zur Pelzzucht nach Europa. Heute fordern Landwirte Abschussprämien, Entschädigungen für Ernteschäden – und sogar eine Vermarktung des Fleisches. Naturschützer hingegen setzen auf Aufklärung: Denn die zutraulichen Tiere wirken zwar niedlich, bringen aber große Probleme mit sich.

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