31.08.2025 / Die Medien kennen kein Erbarmen. Sie nehmen keine Rücksicht auf persönliches Befinden oder die eigene Gefühlswelt. Wenn der Vorhang aufgeht, musst Du liefern. Vorausgesetzt, Du hast Dich für die Bühne und den Zeitpunkt entschieden.
Stefan Mross wollte das Staffelfinale von „Immer wieder sonntags“ moderieren. Etwas anderes hätte man ihm auch nicht abgenommen. Als Moderator der Herzen eines Formats, das mit ihm inzwischen das 21. Erfolgsjahr schreibt, wäre ein Ersatz zwar nachvollziehbar, aber eben eine Ausweichlösung geblieben. Dass es, ungeachtet von Mross‘ Entscheidung, eine etwas andere Sendung werden würde – geschenkt.
Pünktlich um 10:03 Uhr stand er vor seinem Publikum in der ausverkauften IWS-Arena im Europa-Park in Rust – und vor den Kameras. Mit weißem Hemd, schwarzer Weste, schwarzer Krawatte und Lederhose.
Wie schwer es ist, knapp 14 Tage nach dem Tod der eigenen Mutter vor ein Millionenpublikum zu treten und eine Live-Show abzuliefern, kann nur jemand verstehen, der Trauer selbst schon einmal erlebt hat und durch das sprichwörtliche „Tal der Tränen“ gehen musste.
Stefan Mross lieferte. Nicht aufgesetzt, sondern ehrlich und pietätvoll. Der von ihm durchlebten Zeit angemessen, immer darauf bedacht, den schmalen Grat zwischen Unterhaltung und Emotionen nicht zu verlassen, eine Ausgewogenheit zwischen der persönlichen Gefühlswelt und dem Anspruch des Publikums auf Entertainment zu schaffen.
Das ist die hohe Kunst der Unterhaltung. Nächstes Jahr geht es weiter. Mit Stefan Mross und „Immer wieder sonntags“. Die Entscheidung der Verantwortlichen war mehr als richtig.