Asylverfahren im Südwesten: Justiz am Limit

17.03.2026 / Baden-Württembergs Verwaltungsgerichte schlagen Alarm: Die Zahl der Asylverfahren ist im vergangenen Jahr massiv in die Höhe geschnellt. Rund 31.000 neue Fälle landeten auf den Schreibtischen – ein sattes Plus von 82 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Wir ächzen unter der Last“, bilanzierte Malte Graßhof, Präsident des Verwaltungsgerichtshofs in Mannheim.

Besonders häufig geht es dabei um Menschen aus der Türkei, gefolgt von Syrien und Afghanistan. Zwar arbeiten die Richter schneller als fast überall sonst in Deutschland – im Schnitt dauert ein Verfahren aktuell nur siebeneinhalb Monate –, doch der Berg an unerledigten Akten hat sich trotzdem verdoppelt.

Ein kleiner Lichtblick zeigt sich für das laufende Jahr: Die Zahl der Asylanträge beim Bundesamt sinkt bereits deutlich, was die Gerichte mittelfristig entlasten dürfte. Dennoch bleibt die Sorge groß, dass die Verfahrensdauer wegen der aktuellen Bugwelle bald wieder dramatisch ansteigt.

Für die Justiz im Südwesten bedeutet das: Der Druck bleibt hoch, auch wenn der Scheitelpunkt der Krise langsam in Sicht kommt.

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