Landtagswahl BW: Poker um die Macht im Südwesten

09.03.2026 / Das amtliche Endergebnis sorgt in Stuttgart für rauchende Köpfe. Zwar trennen Grüne und CDU rund 27.000 Stimmen, doch im Landtag herrscht mit jeweils 56 Sitzen ein de-facto-Patt. Laut Politikexperte Michael Wehner macht das die kommenden Verhandlungen extrem knifflig.

Zwar beansprucht Cem Özdemir als Wahlsieger den Posten des Ministerpräsidenten, doch ein Automatismus ist das nicht. Die Geschichte zeigt: 2011 reichte Winfried Kretschmann deutlich weniger Stimmen als der CDU, um Regierungschef zu werden. Der Unterschied heute? Manuel Hagel fehlt schlicht die Alternative. Eine Koalition mit der AfD schließt er kategorisch aus, um die Glaubwürdigkeit der Union nicht zu erschüttern.

Özdemir lockt nun mit einer „Koalition auf Augenhöhe“. Doch Experten wissen: Der Ministerpräsident ist der „Platzhirsch“, der Juniorpartner gerät oft in den Schatten. Deshalb wird die CDU hoch pokern. Das Innenministerium gilt für die Union als gesetzt, doch der eigentliche Kampf tobt um das Finanzressort – eine echte Machtbastion.

Besonders kurios: Um die Waagschale exakt auszubalancieren, kursieren bereits Ideen wie ein Rotationsmodell, bei dem sich Özdemir und Hagel den Chefposten teilen. Sicher ist: Bei diesem hauchdünnen Vorsprung reicht schon ein einziger Abgeordneter, der die Seite wechselt, um alles zum Einsturz zu bringen. Die kommenden Wochen in Stuttgart werden alles – nur nicht langweilig.

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