17.02.2026 / Die Gewaltkriminalität unter Kindern im Südwesten erreicht einen besorgniserregenden Höchststand. Obwohl die Jugendkriminalität insgesamt auf ein Zehn-Jahres-Tief gesunken ist, zeigt die Kurve bei den Jüngsten steil nach oben: Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 1.243 tatverdächtige Kinder unter 14 Jahren – so viele wie seit mindestens zwei Jahrzehnten nicht mehr.
Vor allem bei Körperverletzungen ist die Zahl der jungen Tatverdächtigen innerhalb von zehn Jahren um fast 120 Prozent in die Höhe geschnellt.
Angesichts dieser Entwicklung rüttelt Landesinnenminister Strobl nun an einem Tabu: Er stellt die Grenze der Strafmündigkeit infrage. Die aktuelle Regelung stammt aus dem Jahr 1923. Doch ein 14-Jähriger von heute sei durch Internet und soziale Medien nicht mehr mit einem Jugendlichen von vor hundert Jahren vergleichbar.
Gemeinsam mit Baden-Württembergs Justizministerin Gentges fordert Strobl in einem Brief an die Bundesregierung eine wissenschaftliche Studie. Diese soll klären, ob Kinder heute früher einsichtsfähig sind und die Altersgrenze für Strafen sinken muss.
Ein kleiner Lichtblick zeigt sich an den Schulen im Land: Dort sank die Zahl der Straftaten gegen Lehrkräfte und Schüler zuletzt um gut sieben Prozent. Dennoch bleibt die Lage angespannt, da die Opferzahlen langfristig auch hier deutlich über dem Niveau früherer Jahre liegen.
Am Donnerstag werden die detaillierten Zahlen der neuen Kriminalstatistik offiziell vorgestellt.
