Flexibler Renteneintritt: Özdemir auf den Gysis Spuren

16.02.2026 / Wann dürfen wir eigentlich in Rente gehen? Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir fordert jetzt ein Ende der starren Altersgrenzen. Er hält das bisherige System schlicht für nicht mehr zeitgemäß.

Özdemirs Plan, den er gegenüber dem „Handelsblatt“ formulierte: Der Rentenbeginn soll flexibler werden – je nachdem, welchen Beruf man ausübt und wie viele Jahre man eingezahlt hat. Ein Dachdecker könne eben nicht so lange arbeiten wie ein Politiker. Als prominentes Beispiel nennt er Winfried Kretschmann, der zeigt, dass viele auch jenseits der 67 noch fit und motiviert im Job sind. Eine pauschale Erhöhung lehnt Özdemir jedoch strikt ab.

Diese ist Idee ist keineswegs neu. Sie hatte vor längerer Zeit bereits Linken-Politiker Gregor Gysi formuliert.

Ganz anders sieht das sein CDU-Kontrahent Manuel Hagel. Für ihn ist die „Rente mit 70“ langfristig unausweichlich. Angesichts der steigenden Lebenserwartung müssten vor allem jüngere Generationen länger arbeiten, um das System stabil zu halten. Hagel stellt klar: Wer heute kurz vor dem Ruhestand steht, ist nicht gemeint – aber für seine Kinder werde die 67 nicht mehr ausreichen.

Während sich die Kandidaten beharken, arbeitet im Hintergrund bereits eine Rentenkommission der Bundesregierung an konkreten Reformen. Bis Mitte des Jahres sollen Vorschläge auf dem Tisch liegen, wie die Altersvorsorge nach dem Renteneintritt der Babyboomer bezahlbar bleibt.

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