Wohnungsnot im Südwesten erreicht neuen Höchststand

10.02.2026 / Wohnungslosigkeit in Baden-Württemberg – das ist längst kein Thema mehr, das nur den „Rand der Gesellschaft“ betrifft. Die Wohnungsnot ist in der Mitte unserer Städte und Gemeinden angekommen und hat einen neuen, alarmierenden Höchststand erreicht.

Aktuelle Daten der Liga der freien Wohlfahrtspflege zeigen: Allein an einem einzigen Stichtag im vergangenen September suchten fast 14.000 Menschen Hilfe bei Einrichtungen wie der Caritas oder dem Paritätischen Verband. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. Doch Experten warnen: Diese Zahl bildet nur die Spitze des Eisbergs ab – die tatsächliche Fallzahl im Land dürfte laut Bundesstatistik weitaus höher liegen.

Hinter der Statistik stehen oft jahrelange Leidenswege. Es geht nicht nur um das fehlende Dach über dem Kopf, sondern um soziale Brüche, Krankheiten und psychische Belastungen. Während Tagesstätten und Beratungsstellen für viele der letzte Anker sind, geraten genau diese Hilfsangebote durch finanzielle Engpässe selbst immer stärker unter Druck.

Mit Blick auf die kommende Landtagswahl fordert die Wohlfahrtspflege jetzt klare Konsequenzen: Es braucht nicht nur mehr bezahlbaren Wohnraum, sondern eine verlässliche Finanzierung der Hilfe. Das Ziel muss sein, Wohnungslosigkeit nicht nur abzufedern, sondern sie dauerhaft zu überwinden. Für ein Land wie Baden-Württemberg sollte ein sicheres Zuhause kein Privileg sein, sondern Standard.

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